"Man kann mit Sicherheit sagen,
dass Cabeus Wasser besitzt."

Anthony Colaprete, Chefwissenschaftler der LCROSS-Mission.


Auf Suche nach Mondwasser inszenierte die NASA zwei Einschläge am lunaren Südpol (Artikel).

Die Centaur-Stufe (Masse: 2200 kg) schlug am 9. Oktober um 13:30 MESZ ein, die Sonde LCROSS (700 kg) folgte 4 Minuten später. Ziel war letztlich der Krater Cabeus und nicht sein kleinerer Nebenkrater Cabeus A.

Der Cabeus ist rund 100 km weit. Er liegt auf 35,5 Grad westlicher lunarer Länge sowie 84,9 Grad südlicher lunarer Breite (Daten: Virtual Moon Atlas). Benannt wurde er nach dem Jesuiten Niccolo Cabeo, einem italienischen Naturphilosophen und Zeitgenossen Galileis.



Videos

Replay des Impakts
Sehenswerter Preview des Impakts (NASA-Video)
Start von LRO/LCROSS (NASA-Video auf YouTube)
LRO fliegt über die Mondoberfläche (NASA-Video auf YouTube)

Fotos

Aufnahmen der aufsteigenden Materiewolke und des neuen Kraters wurden am 13. November von der NASA präsentiert. Hier sehen Sie außerdem ein beeindruckendes Foto des (alten) Cabeus-Kraters. Er ist das dunkle, schattige Gebilde in der Bildmitte. Gewonnen wurde das Foto am Mt. Palomar-Observatorium, gleich nach dem Impakt. Folgen des Einschlags sieht man darauf aber nicht.

Resultate

Offenbar hat kein irdisches Teleskop den Staubvorhang festhalten können - er stieg nicht hoch genug auf. Somit gingen auch Amateure leer aus. Dafür hat die Sonde LCROSS den Blitz des Einschlags der Centaur aus 600 km Distanz fotografiert. Der Einschlagskrater soll 28 Meter messen.

Der im Mondorbit kreisende LRO hat das Spektrum einer 2 km hoch aufsteigenden, sehr breiten Staubwolke und vor allem einer 15 km hohen Gaswolke eingefangen; zu gerne hätte man diese auch auf den Live-Aufnahmen gesehen!

Anthony Colaprete, Chefwissenschaftler der LCROSS-Mission, fasste die ersten Analyseergebnisse am 13. November so zusammen: "Man kann mit Sicherheit sagen, dass Cabeus Wasser besitzt". Es gibt also tatsächlich lokale Wassereisvorkommen auf dem atmosphärelosen Mond. Beim Einschlag verdampften mindestens 100 kg Wassereis, angereichert wahrscheinlich mit Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Methan, Methanol und Ethanol. Als einstige Lieferanten kommen vor allem Kometen in Frage. Der Wasseranteil im Staub des Cabeus wird nun auf grob 1 Prozent geschätzt.


Mondbeobachtung generell

Wenn Sie sich generell für die Fernrohrbeobachtung des Mondes interessieren sollten, empfehle ich:

Artikel Die Narben unseres Trabanten
Hinweise zu Galileis Mondbeobachtungen

Bücher:

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Kein anderes Himmelsobjekt zeigt so viele Details wie der Mond. Zur Orientierung bei Fernrohrbeobachtungen ist ein Mondatlas wie dieser von Antonin Rükl daher unentbehrlich.

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