Astroseismologie
Astronomie ist eine stille Wissenschaft. Sie gibt dem Ohr gleichsam Urlaub. Dennoch gelingt es Astroseismologen, die Schwingungen der Sterne zu erfassen. Die geben Einblick in das dem Forscherblick sonst verborgene Innere der fernen Sonnen.
Sternschwingungen machen sich durch periodisches, minimales Hin- und Herrücken der Spektrallinien bzw. durch fast unmessbar kleine Helligkeitsschwankungen bemerkbar. Letztere lassen sich am besten vom All aus überwachen: Die Daten des Satelliten Corot dienen unter anderem der Astroseismologie. Corots Signale werden auch von einer Empfangsanlage auf dem Dach der Universitätssternwarte in Wien aufgefangen.
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Freilich interessieren sich Astroseismologen primär für die mathematische Analyse der Sternschwingungen. Das Hörbarmachen der stellaren Stimmenvielfalt ist bloß ein netter Nebeneffekt. |
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Dafür muss man die Frequenzen außerdem um 15 bis 20 Oktaven nach oben transponieren. Näheres zu diesem Forschungsgebiet erfahren Sie in meinem Artikel Himmlische Tonkünstler.

Hier können Sie selbst einigen Solisten des Sternen-Ensembles lauschen.
Wählen Sie die Seite von asteroseismology.org und klicken Sie dort (jedesmal neu) auf den Menüpunkt "sounds". Sie haben dann neun stellare "Musiker" zur Auswahl.
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Sonnenähnliche Sterne
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Unsere Sonne
Sie ist natürlich am leichtesten zu überwachen. Ihre kräftigsten Schwingungen besitzen Perioden um 5 Minuten.
Alpha Centauri A
Der 4,3 Lichtjahre entfernte Stern in Sternbild Zentaur bildet mit dem Partner Alpha Centauri B und vermutlich dem Roten Zwerg Proxima Centauri ein Mehrfachsystem - und zwar das sonnennächste. Dank dieser Nachbarschaft sind die beiden Sterne mit einem kleinen Amateurfernrohr zu trennen: Umlaufszeit 80 Jahre. Die Komponente A besitzt ein Zehntel mehr Masse als unsere Sonne und verbraucht sich daher etwas schneller. Sie ist zur Zeit ein Fünftel größer und strahlt um die Hälfte kräftiger.
Alpha Centauri B
Der leicht gelblich-orangefarbige Stern ist gemeinsam mit dem Partner A vor etwa 6,5 Milliarden Jahren entstanden, grob zwei Jahrmilliarden vor unserer eigenen Sonne. Da seine Masse um ein Vierzehntel geringer ist, bleibt er aber etwas kleiner und kühler. Er "brennt" gemächlicher und wird seinen glänzenderen Partner A deutlich überleben.
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Ap-Sterne
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Nun folgen heißere Sterne der Spektralklasse A, deren Spektrum chemische Absonderlichkeiten zeigt (das "p" steht für "peculiar", engl. "eigentümlich").
HR 1217
Er stellt ein leichtes Fernglasobjekt im Sternbild Eridanus dar, denn dank der achtfachen Sonnenleuchtkraft überwindet sein Licht auch eine Erddistanz von 160 Lichtjahren ohne Probleme.
HR 3831
Dieser Stern weilt im südlichen Sternbild Segel und ist dort ebenfalls leicht mit dem Feldstecher zu erkennen. Distanz: 236 Lichtjahre.
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Riesensterne
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Beta Hydri
Im Sternbild Kleine Wasserschlange ist dieser Stern für Bewohner auf der Südhalbkugel bequem mit freiem Auge auszumachen. Dafür sorgen seine gut dreifache Sonnenleuchtkraft und die geringe Distanz von 24 Lichtjahren. Der Stern leuchtet seit 6,4 Milliarden Jahren. Er besitzt um ein Zehntel mehr Masse als unsere Sonne und überragt sie um zwei Drittel im Durchmesser.
Xi Hydrae
Dieser Stern im nördlichen Sternbild Wasserschlange - Abstand 130 Lichtjahre, 50-fache Sonnenleuchtkraft - ist auch für uns ein freisichtiges Objekt. Er hat sich bereits ordentlich aufgebläht, übertrifft die Sonne im Radius um das Zehnfache. Daher kommen auch die hörbar starken Bässe im Frequenzspektrum.
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Weiße Zwerge
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Das sind ausgebrannte Kerne von einst sonnenähnlichen Sternen. In diesen Kugeln von etwa Erdformat spielen sich keine Kernfusionen mehr ab. Allerdings ist die Oberfläche glühend heiß. Weiße Zwerge erlauben einen Blick in die Zukunft unserer eigenen Sonne.
GD 358
Diese Sternleiche im Sternbild Herkules besitzt eine Oberflächentemperatur von etwa 25.000 Grad C. Dennoch bleibt dieses Objekt extrem lichtschwach - weil eben äußerst klein.
BPM 37093
Ein Sternenrest im Sternbild Zentaur, rund 50 Lichtjahre von uns entfernt: Jeder Fingerhut Materie dieses arg verdichteten Winzlings brächte auf Erden fünf Tonnen auf die Waage.
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Weitere Hörproben
Die Universität von Sheffield hat die Schwingungen der Sonnenkorona akkustisch umgesetzt.
